Volvo ES 90: 700 Kilometer mit Premiumanspruch
| 09.03.2025Das hat der Marke ein ähnliches Schicksal, wie es Saab hatte erleiden müssen, erspart. Noch mehr: Hier haben es die neuen Herren im Haus verstanden, die Tugenden des schwedischen Herstellers zu bewahren und mit Investitionen die Entwicklungen sinnvoll zu beschleunigen. Die weist einmal mehr die gerade erschienene jüngste Modellneuheit der Schwedenmarke nach. Der ES 90, eine viertürige Limousine mit scharf angeschrägtem Heck geht als Voll-Elektriker an den Start.
Die Frontscheinwerfer mit Matrix-LED-Technik zeigen sich in Gestalt von Thors Hammer, die C-förmigen Rückleuchten werden von LED-Leuchten in der Heckscheibe ergänzt. Sieben Farben stehen für die Lackierung zur Wahl, bei den vier Radoptionen klotzen die Schweden statt zu kleckern: Vier Optionen zwischen 20 und 22 Zoll sind im Angebot. Der ES 90 ist von sofort an bestellbar und kostet mindestens 71.990 Euro. Es gibt drei Leistungsstufen mit bis zu 500 kW (680 PS).Der rund fünf Meter lange Wagen nutzt als erster Volvo 800-Volt-Technik zum Laden und Vorankommen.
Die im Vergleich zu herkömmlichen Elektrofahrzeugen doppelt hohe Spannung erlaubt in Verbindung mit dem 106 kWh großen Akku Reichweiten von bis zu 700 Kilometern. Zehn Minuten an einer 350 kW Ladesäule genügen ihr, um Energie für 300 Kilometer an Bord zu holen. Der Elektromotor gehört zur neu entwickelten dritten Generation bei Volvo, die leichter und effizienter ist. Der Reichweite ist auch der geringe Luftwiderstand zuträglich. Der cw-Wert von 0,25 ist der niedrigste, den Volvo jemals bei einem Serienmodell verwirklicht hat.
. Der Stromverbrauch liegt kombiniert laut WLTP bei 19,9 bis 20,7 kWh für 100 Kilometer.Der Innenraum ist klar nach den Vorgaben des skandinavischen Designs gestaltet, sachliche Eleganz umschreibt die Stilrichtung passend. Der lange Radstand von 3,10 Metern bereitet den Passagieren ein überdurchschnittliches Raumangebot. Es gibt ein schnelles und angeblich intuitiv zu bedienendes Infotainmentsystem mit integrierten Google-Diensten wie Google Maps oder Google Assistant. Fahrrelevante Daten kann der Chauffeur auf einem Neun-Zoll-Farbdisplay und einem Head-up-Display ablesen. Die übrigen Funktionen wie Klimatisierung oder Navigation werden über einen zentralen Touchscreen im Format 14,5 Zoll gesteuert.
Sitzposition ist etwas höher als in herkömmlichen Limousinen, was dem Einbau der Akkuzellen im Wagenboden geschuldet ist, der den gesamten Raum zwischen den Achsen belegt. Neu in der Liste der Extras finden sich Massagesitze mit sieben Programmen oder ein Panoramadach, das nahezu 100 Prozent der UV-Strahlung filtert. Zur Wahl steht außerdem eine elektrochromatische Version, deren Transparenz sich mit einem Knopfdruck verändern lässt. Das Luftreinigungssystem der Klimaanlage ist als asthma- und allergikerfreundlich zertifiziert.Realisiert wurde im ES 90 außerdem die höchste Rechenleistung, die ein Volvo jemals hatte.
Diese soll vielfältige Warn- und Schutzfunktionen beim Erreichen des Null-Unfall-Ziels helfen. Neu ist auch ein Monitoringsystem, das erkennt, wenn sich der Fahrer ablenken lässt und leitet dann Assistenzmaßnahmen ein. Es gibt außerdem neben der üblichen Querverkehrs- und Toter-Winkel-Überwachung eine Türöffnungs-Warnung, wenn sich von hinten Radfahrer oder Fußgänger nähern. Sogar die übrigen Insassen werden beobachtet. Das System erkennt noch so geringe Bewegungen, etwa das Atmen eines Babys und warnt dann beim Aussteigen davor, das Kind im Fond zu vergessen. Astrid Lindgren wäre begeistert gewesen. (aum)Von Michael Kirchberger; Photo: Volvo via Autoren-Union Mobilität
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